Im Aufsehen auf Jesus Christus…

An diesem Sonntag werden unsere neu gewählten Kirchengemeinderäte im Gottesdienst in ihr Amt eingeführt. In anderen Gemeinden fanden diese Einführungen schon statt oder werden noch folgen.

Ich bin sehr dankbar, dass wir wieder Menschen gefunden haben, die zusammen mit dem Pfarrer die Gemeinde leiten. Sie werden wichtige Entscheidungen treffen, wie das Leben der Gemeinde gestaltet wird. Die Kirchengemeinderäte übernehmen eine große Verantwortung für ihre Gemeinden. Sie bringen ihre Zeit ein und engagieren sich für ein gutes Zusammenleben.  

Für ihr wichtiges Amt leisten sie ein Amtsversprechen, das für alle kirchlichen Mitarbeiter das selbe ist. Es beginnt mit den Worten: „Im Aufsehen auf Jesus Christus, den alleinigen Herrn der Kirche…“

Ich liebe diese Formulierung, mit der auch ich vor einigen Jahren in mein schönes Amt als Pfarrer eingeführt wurde. Als Kirche schauen wir gemeinsam auf zu Jesus Christus. Er ist für uns nicht nur Kraftquelle, Inspiration und Vorbild. Er ist der Herr unserer Kirche, der Chef der Gemeinschaft der Gläubigen. Deshalb beschäftigen wir uns mit seinem Wort, überlegen, was das Richtige ist und streiten auch darüber, was zu tun ist.

Im Aufsehen auf Jesus Christus- dieses Aufsehen drückt eine Haltung aus, die für unser Leben als Christen charakteristisch ist. Wenn ich aufschaue muss ich aufrecht stehen. Aufsehen zu Jesus Christus ist aber kein Starren in die Wolken- sondern der Blick auf den menschgewordenen Gott, der im Stall in der Krippe zur Welt kam. Aufsehen heißt dann auch, diese Welt als die von Gott geliebte Welt zu sehen, als einen Ort, für den Gott eine gute Zukunft hat. Aufsehen zu ihm heißt dann unsere Welt mit ihren Sorgen aber auch dem Guten zu sehen. 

Ich schaue auf und orientiere mich an Jesus Christus. Für die Arbeit in den Kirchengemeinderäten bedeutet das, dass wir überlegen: Wie würde Jesus mit dieser Situation umgehen? Wie würde Jesus dieses Problem sehen? Was brauchen wir, um weiterhin fröhlich und aufrecht unseren Glauben zu leben?

Aufsehen auf Jesus Christus ist aber mehr als eine Aufgabe. Aufsehen heißt nicht ins Leere blicken oder ein Bild bewundern. Ich sehe auf und Jesus Christus sieht mich. Ich glaube, dass er mich sieht und ansieht. Ich habe Ansehen bei ihm, ich bin ihm wichtig. Ich bin von ihm geliebt. Dieses Wissen gibt mir Halt und Kraft.

Im Aufsehen auf Jesus Christus- das ist nicht nur für Kirchengemeinderäte, Pfarrer und kirchliche Mitarbeiter eine gute Haltung. Es ist eine gute Haltung, die jeden Christen durch dieses Jahr führen kann.

 

Tobias Feldmeyer

Pfarrer der Kirchengemeinden Gelbingen und Eltershofen und Bezirksjugendpfarrer

 

Sonntagsgedanken im Haller Tagblatt am 11.01.2020