Zum Schulanfang

Nach 6 Wochen Ferien ohne Schule fehlt sie mir. Ich freue mich auf die Kinder und die Kolleginnen und Kollegen. Der Schulanfang nach den Sommerferien ist immer ein besonderer, auch mit Spannung erwarteter Tag für Lehrer und Schüler. Ganz besonders, wenn man eingeschult wird.

In meinen beiden Klassen in der Schmerachschule freuen sich in diesem Jahr alle Kinder auf die Schule. Sie freuen sich Freundinnen und Freunde wieder zu treffen. Sie freuen sich darauf, Neues zu lernen und auch schon auf die nächsten Ferien. Sich auf die Schule zu freuen ist nicht selbstverständlich – wenn ich mich recht erinnere, habe ich mich eher weniger gefreut.

Wir wissen heute so gut wie noch nie, wie wichtig es ist etwas zu lernen, gut zu sein. Und die Frage, ob man gut genug ist und wer was besser oder schlechter kann als andere gehört zur Schule dazu!

Die Frage, wer was besser kann, z.B. besser rechnen oder schreiben, ist aber zum Glück nur ein Aspekt der Schule und des Lebens. Vielleicht ist der Einschulungsgottesdienst deshalb vielen Menschen so wichtig, weil er dafür steht, dass der Vergleich von Leistungen nicht das Wichtigste und nicht das Beste im Leben und in der Schule ist. Bei uns in Oberaspach bekommen die Schülerinnen und Schüler zur Einschulung dieses Jahr ein kleines Buch mit einer Geschichte zu dem Lied: „Gott gab uns Atem, damit wir leben“

Am Ende heißt es da:

„Gott gab uns Hände, damit wir handeln.

Er gab uns Füße, dass wir fest stehn.

Gott will mit uns die Erde verwandeln.

Wir können neu ins Leben gehn.“

Dafür ist es wichtig lesen, schreiben und rechnen zu lernen. Dafür ist aber auch wichtig, dass jedes Kind immer wieder erfährt, es ist hier richtig und es ist wichtig für die Lehrer und Mitschüler.

Im Einschulungsgottesdienst und in jedem Gottesdienst feiern wir, dass Gott unser Vater ist und wir alle Gottes Kinder sind und bleiben. Und das sagt mehr über uns als unsere Leistungen. Wenn sich so viele Kinder auf die Schule, den vielfältigen Schulalltag und aufs Lernen freuen, dann zeigt mir das: es lebt etwas von dem, was wir feiern auch im lebendigen Alltag der Schule. Im guten Miteinander von Schülern, Lehrern und Eltern.

 

 

Pfarrer Dr. Johannes-Friedrich Albrecht, Oberaspach