Wege

Uns begegnen im Alltag viele Straßen und Wege. Hoch, runter, rechts und links. Was für Wege bist du bisher in deinem Leben gegangen? Waren die ersten Schritte auf diesem Weg die richtige Entscheidung? Was lasse ich zurück, was kommt auf mich zu?

Wir alle befinden uns immer wieder auf dem Weg: Schulweg, Weg zur Arbeit und zum Einkaufen. Wir haben unsere Lieblingswege, Schleichwege, Kreuzwege, und schwierige Wege. Wir ziehen unsere gewohnten Wege. Wege, die beheimaten. Wir kennen Autobahnen und Fahrradwege – und merken auch: Wir sind je nach Weg mit anderer Geschwindigkeit unterwegs durchs Leben.

Vor einem Urlaub machen sich die meisten Gedanken über den Urlaub. Wo geht’s hin? Wie vermeide ich Staus. Die einen Fliegen und erholen sich am Strand, manche gehen in die Berge und Wandern, andere nutzen die freie Zeit für die Erholung Zuhause.

In den Sommerferien durfte ich mit 21 Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Norwegen unterwegs sein. Zwischen steilen Schluchten und engen Straßen, ging es durch ein wunderschönes Land. In der Natur und in Gesprächen, durften wir Gott auf unseren Wegen begegnen und uns darüber austauschen, wo uns Gott auf unseren Wegen im Alltag begegnet und begleitet.

Unser Glaube und Gott schickt uns auch immer wieder auf den Weg: Ein bewegter und beweglicher Gott führt immer wieder heraus: wie zum Beispiel Jona oder das Volk Israel. Und Jesus schickt auf den Weg: Maria und Joseph nach Bethlehem, oder Petrus auf viele Reisen – der biblische Gott zeigt sich als einer, der unterwegs mit Menschen in immer neue Umgebungen ist und so Vitalität erhält:

Früher wurden die Christen auch als „die auf dem Wege“ bezeichnet. Wir Christen sind also schon immer „auf dem Wege“, in Bewegung. Und unser Glaube ist, wie unser Lebensweg damit immer in Bewegung. Also eine dynamische Geschichte. Gott bewegt uns und so dürfen wir Neues in der Welt kennenlernen. Fremdes entdecken, dabei sicher und geborgen sein. Neue Wege gehen.

Jetzt aber gilt neu: Wir sind unterwegs, noch nicht angekommen, noch nicht am Ziel, noch nicht fertig, im noch nicht Sicheren, eher im Unvollkommenen, auf der Schwelle, im noch Fließenden. Aber auf diesen Wegen dürfen wir Orte und Menschen entdecken, an und in denen Gott zu leuchten beginnt und so mein Leben und das derer, die mit mir auf dem Wege sind, bereichern! Das ganze Leben ist ein Weg. Aber als Christen müssen wir uns nicht alleine auf den Weg machen, sondern werden begleitet.  

Amen

 

Daniel Veit – Geschäftsführender Jugendreferent im Ev. Jugendwerk Bezirk Schwäbisch Hall

 

Sonntagsgedanken im Haller Tagblatt am 17. November 2018