Heilig


Wir Menschen haben Sehnsucht nach dem Großen und Reinen, ich könnte auch sagen „nach dem Heiligen“. Dazu einige Gedanken und Anregungen:

 

geheiligt sein

Meine Tochter hatte im Flur einen Tisch, auf dem sie ihre Schätze sammelte, z.B. lag dort ein besonderer Stein. Wenn ich an diesem Tisch vorbeilief und diesen Stein sah, dachte ich: „Nichts Besonderes!“. Aber in ihren Augen war dieser Stein wichtig und besonders. Sie heiligte ihn gewissermaßen durch ihren Blick. Für sie war er wertvoll.

wie ein Edelstein.

Das lässt sich nun leicht auf uns und Gott übertragen. Ich laufe oft an Menschen vorbei und denke: Nichts Besonderes!“ oder ich denke sogar noch Schlechteres.

 - Und wie macht es Gott?

Gott läuft auch an uns vorbei, aber er denkt nicht: „Naja!“, sondern er denkt: „SEHR GUT!“ Er heiligt uns, Sie und mich. In seinen Augen sind wir sehr wertvoll.

           

heilig werden.

Ein Mensch, der weiß: „Ich werde geschätzt. Ich werde geliebt.“,

entwickelt ein gesundes Selbstbewusstsein. Er wächst innerlich. Und so wird er nach und nach fähig, selber andere Menschen gut anzusehen. Innerlich wächst so viel Liebe heran, dass er diese nicht nur für sich selber verbraucht, sondern auch an andere weiter

schenken kann.

 

ein Satz zum Nachdenken

Heilige sind Menschen, die das Wenige, was sie von Gott begriffen haben, auch tun.

Ein Satz aus der Bibel

„Ihr seid Kinder des Lichts.

Lebt als Kinder des Lichts.“

(Epheser 5,8)

 

Eine Filmempfehlung: „Das Dritte Wunder“

In diesem Film wird ein Verfahren geschildert, in dem eine Frau in den USA heiliggesprochen werden soll. Verschiedene Menschen treten auf. Ein Priester, der große Zweifel an Wundern hat. Frauen und Männer, die in Not sind und sehnsüchtig auf Wunder hoffen. Ein Kardinal, der Gott Vorwürfe macht, dass er nur so kleine Wunder tut. Eine junge Frau, die geheilt wird.

Und schließlich in Rückblenden die verstorbene Frau, die heiliggesprochen werden soll – ein Mensch voller Liebe und doch mit vielen menschlichen Schwächen.

 

Heilige Kirche?

An die Kirche werden heute die unterschiedlichsten Ansprüche gestellt. Vor allem sollen wir diakonisch tätig sein. Darüber wird leicht vergessen, dass wir eigentlich

die Aufgabe haben, an Gott und das Heilige zu erinnern. Der Mensch ist erst dann ganz und heil, wenn er mit dem Heiligen verbunden ist.

 

Ihr Pfarrer Dieter Kern

 

Sonntagsgedanken im Haller Tagblatt am 13. Februar 2020