Sommeranfang - Sonnenwende

Der Begriff Sonnenwende bezeichnet die Zeitpunkte, an denen die Sonne am Mittag ihren höchsten oder niedrigsten Stand über dem Horizont hat. Auf der Nordhalbkugel der Erde erreicht die Sonne am Samstag, 20. Juni 2020, ihren mittäglichen Höchststand. Es ist der längste Tag des Jahres. In Schweden wird das Mittsommerfest gefeiert, man genießt die langen, hellen Tage nach dem dunklen Winter. Eine besondere Zeit – ein besonderer Tag. Es wendet sich etwas. Etwas Großes.

 

Sommeranfang

In meinem Kalender steht für heute schlicht: Sommeranfang – das klingt nach Erdbeereis, schwimmen im See und Radfahren in der Abendsonne.

Heute fängt er nun wirklich an, der Sommer. Mit all seinen wunderbaren Verheißungen. Ferien, draußen sein, Natur erleben, Düfte und Farben, frisches Obst und Gemüse, Wärme und lange, helle Abende. Es ist immer wieder schön, wenn es Sommer wird und der Sommer 2020 wird ein besonderer Sommer werden. Es ist noch nicht so klar, wie er gestaltet werden kann, vielleicht ganz anderes als sonst, mit neuen Möglichkeiten und Ideen.

 

Sonnen-Wende

Heute wäre ein kurzer Moment zum Innehalten, heute am Sommeranfang. Wie wünsche ich ihn mir, diesen Sommer in der Zeit der Krise und der weltweiten Pandemie? Wie kann ich diesen Sommer gestalten und ihn für mich und die Familie, Freude schön machen, erholsam und unvergesslich?

Wo sind hier die guten Plätze für den Sonnenaufgang oder den Sonnenuntergang?

Welches neue Rezept schmeckt nach Regionen, in die ich gerade nicht reisen kann?

Welche Bücher oder Filme entführen mich in die Weite oder auch in die nähere Umgebung?

Auf welchen Wegen und an welchen Kraftorten finde ich Ruhe und Besinnung?

Welche Kirche kann ich besichtigen und darin verweilen?

Gibt es Rad- und Wandertouren zu entdecken oder eine kleine Spritztour mit dem Auto?

Starki statt Adria, Einkorn statt Zugspitze, Jagst statt Ardeche. Aber ja, vielleicht trotzdem Erholung, Ruhe, Abenteuer und Ferienlaune. Der Sommer fängt laut Kalender heute an und er wird für viele anders werden, als gewohnt.

Wie in den ganzen letzten Wochen hilft mir ein altes Kirchengebet durch diese ungewohnten und unsicheren Zeiten. Es begleitet mich und ich lerne damit, in diesen Zeiten zurechtzukommen:

Herr, gib mir die Gelassenheit,

die Dinge hinzunehmen,

die ich nicht ändern kann.

Herr, gib mir den Mut,

die Dinge zu ändern, die ich ändern kann.

Und gib mir die Weisheit,

das eine vom anderen zu unterscheiden.

Amen

Ich wünsche allen einen wunderschönen Sommer!

 

Pastorin Ute Armbruster-Stephan, Evangelisch-methodistische Kirche, SHA

 

Wort zum Sonntag im Haller Tagblatt am 20. Juni 2020