Inshallah - so Gott will

Gottvertrauen spielt in jeder Religion eine Rolle! Zwischen Angst, Hoffnung und Gottvertrauen, oder: Inshallah – so Gott will. Diese Worte hören wir in der Arbeit mit Geflüchteten aus dem arabischen Sprachraum nicht selten neben all den real existierenden Ängsten, Sorgen und kaum vorstellbaren Nöten. Wir ehren- und hauptamtlichen Beraterinnen und Berater der Diakonie lassen uns in die vertraute und ermutigende Redewendung Inshallah gerne mit hinein nehmen. Vor allem dann, wenn wir es mit verängstigten Kriegsvertriebenen oder traumatisierten Menschen zu tun haben, deren Bleiberecht in Deutschland in Gefahr ist und diese mit einer Abschiebung in Gewalt, Not, Elend und Rechtlosigkeit rechnen müssen. Erst recht dann, wenn neben unserer Zuwendung und unserer Begleitung alle rechtlichen Bemühungen ausgeschöpft erscheinen. Gleichwohl wissen wir, dass das Vertrauen auf Gott, das so Gott will, oft nur die eine gute Seite unserer Bemühung ist. Nämlich im Vertrauen auf Gott für Helfende und Ratsuchende den Halt und den Boden unter den Füßen zurück zu gewinnen, der den Weg aus der Angst in die Handlungsfähigkeit weist. Auf der anderen Seite können wir bei aller Not darauf setzen dass sich Menschen immer wieder, alleine um der Zukunft ihrer Kinder willen, selbstbewusst und verantwortlich für einander einsetzen. Sich für ein lebenswertes Sein auf unserem Planeten streiten oder sich gegen die Übermacht des Geldes, gegen Ungerechtigkeit und für den Frieden stark machen. Was uns die Markusgeschichte 4,35-41 lehrt? Dem Mangel an Zuversicht und Gottvertrauen waren wohl auch die Jünger Jesu auf dem extrem aufgewühlten und stürmischen See Genezareth ausgesetzt. Das Fischerboot drohte in der aufgewühlten See zu kentern, schiere Todesangst und Chaos herrschte unter den orientierungslosen Jüngern. Doch im Markusevangelium lesen wir, dass Jesus im Heck des Schiffes schlief. Erst im letzten Moment bemerkten die Jünger diesen Umstand, weckten ihn auf und fragten: Meister, fragst du nicht danach, dass wir umkommen? Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig und verstumme! Und der Wind legte sich und es entstand eine große Stille. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?

Dietrich Bonhoeffer der wusste, dass er im KZ Flossenbürg dem gewaltsamen Tod entgegen ging, weist uns in seinem Liedtext den Weg: Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag. Welch ein Gottvertrauen…

 

Wolfgang Engel, Diakonieverband Schwäbisch Hall

 

Sonntagsgedanken im Haller Tagblatt am 9.3.2019