Was ist echt?

Hat Ihr Tag heute schon mit einem Aprilscherz begonnen? Heute am 1. April gilt es aufzupassen, was "echt" ist. Da wünsche ich Ihnen, dass ein humorvoller, geistreicher Aprilscherz gelingt!

Doch nochmal zurück zum Thema Echtheit. Sind gute Worte in der Kirche „echt“?

Echt ist, was uns trägt.

Trägt die Hoffnung echt, oder stirbt sie auch, möglicherweise eben zuletzt?

Hoffnungsworte dürfen nicht dazu benützt werden, der harten Wirklichkeit auszuweichen. Sie dürfen nicht dazu benutzt werden, Aufgaben, die man hat, zu vernachlässigen oder zu verdrängen. Manchmal mag das passieren, auch in der Kirche. Ich kenne aber auch Menschen, die aufgrund ihrer Hoffnung das Leben beherzt anpacken.

Der Monatsspruch für den April 2020 ist ein starkes Wort der Hoffnung: „Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.“ (1. Korinther 15, 42) Es ist ein Gedanke aus dem großen biblischen Kapitel zum Thema „Auferstehung“.

Wir werden daran erinnert, dass da noch etwas kommt. Wir und unser Leben auf dieser Erde sind so etwas wie ein Same. Gott wird in seiner Ewigkeit etwas Neues daraus wachsen lassen. Ja, das ist echt meine Hoffnung. Und ich erkenne daraus, dass unser Leben hier wichtig ist, denn es ist der Same. Ohne Same wächst nichts Neues.

So hängt die Hoffnung auf neues Leben tief zusammen mit unserem jetzigen Leben.

Ich glaube, dass dieser Gott lebt. Und ich glaube, dass dieser Gott, der uns nicht fallen lässt, in diesen schwierigen Tagen bei uns ist, dass er uns nahe ist, und wir in diesem Sinn leben dürfen und leben sollen, Aufgaben anpacken können und aufatmen dürfen. Auch an diesem 1. April. Echt.

 

„Gedanken für heute“ 1. April 2020, von Pfarrer Hartmut Bullinger