Evangelische Gesamtkirchengemeinde Schwäbisch Hall

Gemeinsam sind wir stärker. So könnte man die Bedeutung unserer Gesamtkirchengemeinde umschreiben. Sie umfasst die Innenstadtgemeinde St.Michael und St.Katharina, die Kreuzäcker-, die Johannes-Brenz-, die Lukas- und die Sophie-Scholl-Gemeinde.

Gemeinsam tragen und erhalten wir unsere Kirchen und Gemeindehäuser als Orte der Begegnung. Unser Gemeindebrief `Brot und Salz´ lässt uns über den eigenen Tellerrand schauen und wahrnehmen, was in den Nachbargemeinden "los ist". Auch die Verknüpfung der Arbeit mit Jugendlichen und Konfirmanden tragen wir miteinander.

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Texte und Anregungen zur aktuellen Situation

  • add Wort zur aktuellen Lage von Dekanin Anne-Kathrin Kruse

    Alles ist ungewiss

     

    Das hat wohl kaum einer von uns schon einmal erlebt. Da wird weit weg auf der anderen Seite der Erde eine Krankheit entdeckt, von der man nichts weiß. Wenige Wochen später ergreift und verändert diese Krankheit in rasender Geschwindigkeit das Leben der Menschen weltweit und eben auch unseres. Was gestern noch undenkbar war, ist morgen schon wieder überholt. Das öffentliche Leben wird lahmgelegt, Schulen und Kitas, Museen und Theater Restaurants und Hotel –und eben auch Kirchen –werden geschlossen. Nicht für zwei bis drei Tage, sondern bis auf Weiteres. Bis wann fährt die Bahn noch? Und die Busse? Die Hochzeitsteht an, die Konfirmation der Tochter, der Urlaub - wie weit kann ich noch planen? Die Börse spielt verrückt. Und Toilettenpapier wird neuerdings zur begehrtesten Ware in den Supermärkten. Wie umgehen mit dieser Ungewissheit? Warum sollte uns diese schwierige Zeit nicht auch zum Segen werden? Unser Gott kann und will gerade auch aus Schwierigem Gutes entstehen lassen. In diesem Jahr begehen wir die sieben Wochen der Passionszeit auch als 7-Wochen-ohne-Pessimismus:

    ZUVERSICHT! Wer lässt sich nicht so schnell bangemachen, wenn nicht wir Christen?! Nehmen Sie diese Zeit als einmalige Gelegenheit, für sich und andere zu sorgen, durch äußere und innere Einkehr, zur Entschleunigung. Endlich Ruhe im Karton. Nicht mehr tun müssen, was wir alles hätten tun sollen. Auf einmal Zeit haben für das, was immer hinten runterfällt. Für uns selbst und für Andere. Nicht Hamsterkäufe sind das Gebot der Stunde, sie produzieren nur einen künstlichen Versorgungsengpass auf Kosten von Anderen. Vielmehr dafür sorgen, dass mein Nachbar in Quarantäne gut versorgt ist, dass jemand sich kümmert, und sei es durch einen Anruf, eine liebe E-Mail, eine Blume vor der Haustür, vom Einkauf etwas Leckeres mitbringen –Zeichen, die sagen: Ich denk an Sie, Sie sind nicht vergessen! Gehen Sie viel raus, tanken Sie Licht und frische Luft, gönnen Sie sich mehr Schlaf, leben Sie gesund, körperlich, seelisch und im Glauben an den, der uns auch jetzt begleitet.

    Sie sehen hier ein Bild, das an die Geschichte erinnert, wie Jesus mit seinen Schülern über den See Genezareth fährt, und ein schwerer Sturm kommt auf. Das Boot unter finstern Wolken wird von hohen Wellen bedrohlich hin-und hergerissen, leicht wie ein Spielball in lärmendem Sturm. Und in diesem Boot liegt Jesus. Er schläft mit dem Kopf auf einem Kissen. Daneben liegt noch ein zweites Kissen, neben dem von Jesus.Da ist noch ein Platz frei in diesem schaukelnden Boot, ein Platz für Sie und mich, ganz nah bei Jesus. Wir können in diesem Sturm unseres Lebens, mit all den offenen und ungewissen Fragen zur Ruhe kommen und loslassen. Vertrauen, dass er uns nicht von der Seite weicht, auch wenn uns alles Zutrauen und alle Sicherheit abhanden kommt. Dass er einen guten Weg für uns weiß.

    Bleiben Sie gesund und behüt Sie Gott!

     

    Dekanin Anne-Kathrin Kruse, im Namen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Schwäbisch Hall

  • add Einladung zum gemeinsamen Gebet - Licht der Hoffnung

    Gemeinsam mit über 1000 Gemeinden in Deutschland laden wir Sie ein zur Aktion LICHT DER HOFFNUNG:

    täglich um 19.30 Uhr werden in den Kirchen die Osterkerzen angezündet und die Betglocke geläutet.

    Zum Klang der Glocke entzünden wir in unseren Häusern und Wohnungen ebenfalls eine Kerze und sammeln uns im Gebet - füreinander, für unsere Stadt, unser Land und unsere Welt. Beim gemeinsamen Vaterunser wissen wir uns miteinander verbunden und von Gott gehalten.

    Eine kleine liturgische Handreichung, erarbeitet von Pfarrerehepaar Christina und Andreas Oelze nach einer Vorlage der VELKD, finden Sie hier.

  • add Gottesdienst am Küchentisch - kleine Liturgie

    bitte rufen Sie die Liturgie hier auf.

    Quelle: Evang. Kirchengemeinde Uellendahl-Ostersbaum 2020

  • add Queres aus der Quarantäne - 10 Gebote für die Corona-Zeit

    Ein theologischer Sonderimpuls von Dr. Thorsten Latzel, Evang. Akademie Frankfurt

     

    Das Wort „Quarantäne“ geht ursprünglich auf das lateinische Zahlwort quadraginta, „vierzig“, zurück. Es bezeichnete früher die vierzigtägige Isolation, die man im Mittelalter ab dem 14. Jahrhundert zum Schutz vor Pest und Seuchen über Reisende oder Schiffe verhängte – in Aufnahme alter biblischer Reinheitsvorschriften (3 Mos 12,1–8).

    Noch in den 1960er-Jahren wurden in Deutschland bei Pockenausbrüchen infizierte Menschen zum Teil ohne medizinische Versorgung in Schullandheimen isoliert.Während der Covid-19- Pandemie erleben wir gerade eine umfassende gesellschaftliche Quarantäne – mitten in der vierzigtägigen Fastenzeit vor Ostern.

    Ich glaube, dass es gut ist, wenn wir diese Zeit nicht depressiv als „Seuchenopfer“ erleiden, sondern aktiv und kreativ mit ihr umgehen. Und dass es gut ist, wenn die Pandemie das Beste von dem herausholt, was in uns steckt – sodass wir uns im Nachhinein vielleicht einmal über das „Gute im Schlechten“ wundern werden.

    Dafür kann die Fastenzeit als Zeit des Umdenkens und der Besinnung hilfreich sein.Ein anderes Wort für Quarantäne im 19. Jahrhundert war „Kontumaz“, von lateinisch contumacia,„Trotz“, „Unbeugsamkeit“. Die Corona-Auszeit sollte so eine Zeit sein, in der wir Haltung zeigen. Fromm formuliert: eine gute Mischung aus Nächstenliebe, Gottvertrauen und innerem Rückgrat.

    Auf Martin Luther geht der schöne Gedanke zurück, dass ein glaubender Mensch jeden Tag „neue Dekaloge“ entwerfen könne. Deshalb hier ein Versuch: 10 Gebote für die Corona-Zeit

    1. Du sollst deine Mitmenschen lieben, komm ihnen aber gerade deswegen nicht zu nahe. Übe dich in „liebevoller Distanz“. Auf deine Gesundheit und die deiner Mitmenschen zu achten ist immer wichtig. Jetzt kann es lebenswichtig werden.

    2. Du sollst nicht horten – weder Klopapier noch Nudeln und schon gar keine Desinfektionsmittel oder gar Schutzkleidung. Die werden in Kliniken gebraucht, nicht im Gästeklo zu Hause.

    3. Die Pandemie soll te das Beste aus dem machen, was in dir steckt. Keinen Corona-Wolf und kein Covid-Monster, sondern einen engagierten, solidarischen Mitmenschen.

    4. Du solltest ruhig auf manches verzichten. Quarantäne-Zeiten sind Fastenzeiten. Dafür gewinnst du andere Freiheit hinzu. Das passt sehr gut in die Zeit vor Ostern.

    5. Du sollst keine Panik verbreiten. Panik ist nie ein guter Ratgeber, zu keiner Zeit. Gesunder Menschenverstand und Humor dagegen schon. Deshalb hör auf Fachleute, beruhige andere und schmunzele über dich selbst. Da macht man erst mal nichts falsch, und es trägt sehr zur seelischen Gesundheit bei.

    6. Du solltest von „den Alten“ lernen. In früheren Zeiten von Seuchen und Pestilenz, als es noch keine so gute Medizin wie heute gab, half en Menschen vor allem ein gesundes Gottvertrauen und die tätige Fürsorge füreinander. Das ist auch heute sicher hilfreich.

    7. Du solltest vor allem die Menschen trösten und stärken, die krank werden, leiden oder sterben. Und auch die, die um sie trauern. Sei der Mensch für andere, den du selbst gern um dich hättest.

    8. Du solltest anderen beistehen, die deine Hilfe brauchen: Einsamen, Ängstlichen, Angeschlagenen. Oder Menschen, die jetzt beruflich unter Druck geraten. Das hilft nicht nur ihnen, sondern macht dich auch selbst frei.

    9. Du solltest frei, kreativ und aktiv mit der Pandemie umgehen. Dazu sind wir von Gott berufen. Du wirst am Ende vielleicht überrascht sein, was sie Positives aus dir und anderen herausholt.

    10. Du solltest keine Angst vor Stille und Ruhe haben. Wenn die Quarantäne zu mehr Zeit zum Umdenken, zum Lesen und für die Familie führt, wäre das ein guter „sekundärer Krankheitsgewinn“.

  • add Nicht alles ist abgesagt

    Ich glaube, es ist nicht alles abgesagt.

     

    Sonne ist nicht abgesagt.

    Frühling ist nicht abgesagt.

    Beziehungen sind nicht abgesagt.

    Lesen ist nicht abgesagt.

    Zuwendung ist nicht abgesagt.

    Musik ist nicht abgesagt.

    Phantasie ist nicht abgesagt.

    Freundlichkeit ist nicht abgesagt.

    Gespräche sind nicht abgesagt.

    Hoffnung ist nicht abgesagt.

    Gebet ist nicht abgesagt.

    Gott ist nicht abgesagt.

     

    Bekenntnis aus dem jüdisch-christlich-islamischen Gottesdienst am Sonntag Lätare am 22. März 2020 in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Berlin

    Und an vielen anderen Stellen zitiert!