Gedanken zur Konfirmation 2018

Die Konfirmandenzeit ist eine ganz besondere Zeit, die in Erinnerung bleibt.
Pfarrer Stefan Engelhart aus Untermünkheim schreibt hier von seinen Erfahrungen.

Kostbar

 

Das Konfijahr mit einem Wort zu beschreiben ist nicht ganz einfach: Manchmal ist es lustig, manchmal anstrengend, einmal gelingt etwas wunderbar, und dann wieder geht etwas so richtig daneben. Aber eines zieht sich für mir durch jedes Konfijahr hindurch: Es ist eine besondere, eine kostbare Zeit:

 

Kostbar für die Konfis, von denen die meisten weder vorher noch nachher so intensiv mit Kirche und Glaube zu tun haben wie eben in diesem Jahr.

Kostbar auch für uns Pfarrer, Pfarrerinnen und weitere daran Beteiligte, weil jede Konfigruppe wieder neu ist, anders und unverwechselbar.

Kostbar vielfach auch für die Eltern, die das Heranwachsen und ein Stück selbstständig werden ihrer Kinder in dieser Zeit oft besonders bewusst und intensiv erleben.

 

Kostbar sind manche Erinnerungen: An die Konfi-Freizeit, an den feierlichen Gottesdienst in der Kirche, an das Fest mit Familie und Freunden. Oder auch an ganz kleine Momente: An ein gutes Gespräch am Rande; an die Erfahrung, etwas zu können, was man sich vorher nicht zugetraut hat; oder das Aufblitzen einer Erkenntnis, die den Glauben tiefer, weiter, tragfähiger hat werden lassen.

 

Kostbar ist diese Zeit aber auch für die ganze Kirche: Für nicht wenige ist die Konfizeit zum Einstieg in ihre Gemeinde geworden: Kinderkirchmitarbeiter, Jungscharleiterin, später dann vielleicht im Kirchengemeinderat aktiv.

Mit Kirche und Glaube verbinden aber vor allem die Menschen ihre Konfirmandenzeit, die hinterher nicht mehr viel Kontakt zur Gemeinde hatten. War die Zeit gut, dann bleibt in der Regel ein positives Bild von Kirche zurück und es lassen sich im Lauf des Lebens neue Brücken zum Glauben schlagen. Wenn die Zeit nicht gut war, langweilig oder gar mit viel Ärger verbunden, dann ist das Kirchenbild freilich auch oft lebenslang entsprechend verdunkelt.

 

Es ist also nicht egal, was in dieser kostbaren Zeit passiert. Und es ist – wie bei allen Begegnungen in Gruppen –

auch nicht immer steuerbar. Es liegt manches am Zusammenspiel aller Beteiligten, ob es gut wird, ob ich Freunde finde, meinen Platz in der Gruppe, oder eben nicht.

Und doch liegt nicht alles nur an den beteiligten Menschen. Wenn ich meine Konfis beim Abschlussfest nach der Konfirmation frage, was sie an diesem Tag am tiefsten berührt hat, dann kommt fast immer neben der Freude über ein tolles Fest oder über besondere Geschenken die Antwort: „Der Segen in der Kirche, am Altar vorne, das war irgendwie besonders“.

 

Etwas von diesem kostbaren Segen wünsche ich allen, die in den nächsten Wochen Konfirmation feiern: Den Konfis, ihren Eltern und allen, die das Konfijahr miterlebt und begleitet haben.

 

Pfr. Stefan Engelhart – Untermünkheim