Gedanken zur Konfirmation 2017

Die Konfirmandenzeit ist eine ganz besondere Zeit, die in Erinnerung bleibt.
Pfarrer Stefan Engelhart aus Untermünkheim schreibt hier von seinen Erfahrungen.

Konfirmation - eine besondere Zeit

Vor dem Pfarrhaus in Untermünkheim war eine große Baustelle. Manchmal habe ich zugeschaut, das Geschick der Arbeiter mit dem Bagger bewundert – und die guten Nerven der LKW-Fahrer, die rückwärts in die Baustelle einfahren mussten, oft im Slalom zwischen Maschinen, Menschen und der Baugrube. Und dann schaute mich einer der Fahrer an, kletterte von seinem LKW herunter und meinte: „Sie sind’s doch, Herr Engelhart, oder?“

Er war einer meiner Konfirmanden, sicher 10 Jahre lag die Konfirmation in meiner ehemaligen Gemeinde nun schon zurück, und am Steuer eines großen LKWs hätte ich ihn nie vermutet. Die Freude über das Wiedersehen war bei uns beiden umso größer.

Es ist schon eine besondere Zeit, die in Erinnerung bleibt: Fast ein Jahr Unterricht, die Konfi-Freizeit und dann der feierliche Gottesdienst in der Kirche und das Fest zu Hause. In früheren Zeit endete mit der Konfirmation bei den meisten auch die Schule, die Lehrzeit begann, die Kindheit war definitiv vorbei. Solch ein großer Einschnitt ist die Konfirmation heute nicht mehr, aber dennoch ist für die viele die Konfirmandenzeit eine prägende Begegnung mit Glaube und Kirche.

Viele Untersuchungen zeigen: Für nicht wenige ist die Konfizeit der Einstieg in die Arbeit ihrer Gemeinde geworden: Kinderkirchmitarbeiter, Jungscharleiterin, später dann vielleicht Kirchengemeinderat.
Mit Kirche und Glaube verbinden aber vor allem die Menschen ihre Konfirmandenzeit, die hinterher nicht mehr viel Kontakt zur Gemeinde hatten. War die Zeit gut, dann bleibt in der Regel ein positives Bild von Kirche zurück. Wenn die Zeit nicht gut war, langweilig oder gar mit viel Ärger verbunden, dann ist das Kirchenbild entsprechend.

Es ist also nicht egal, was in der Konfizeit passiert. Und es ist – wie bei allen Begegnungen in Gruppen, auch nicht immer steuerbar. Etwas, das in einem Jahr gut funktioniert und richtig Freude macht, das klapp im nächsten Jahr gar nicht. Es liegt manches am Zusammenspiel in der Gruppe: Ob ich dort Freunde finde, meinen Platz in der Gruppe, oder eben nicht.

Und doch liegt nicht alles nur an den beteiligten Menschen. Wenn ich meine Konfis beim Abschlussfest nach der Konfirmation frage, was sie an diesem Tag am tiefsten berührt hat, dann kommt fast immer neben der Freude über ein tolles Fest und den Geschenken auch die Antwort: „Der Segen in der Kirche, das war irgendwie besonders“.
Erstaunlicherweise gerade der Segen, den wir weder groß üben noch besonders planen oder toll vorbereiten müssen. Und trotzdem berührt er – vielleicht gerade deswegen?

Diesen Segen von Oben wünsche ich allen, die in den nächsten Wochen Konfirmation feiern: Den Konfis, ihren Eltern und den Kolleginnen und Kollegen im Pfarramt.

Pfr. Stefan Engelhart – Untermünkheim