Aus der Geschichte der Tüngentaler Kirche

In alten Urkunden wird erstmals um das Jahr 1000 eine Kirche in Tüngental erwähnt. Mutterkirche von Tüngental war wohl die Kirche zum Hlg. Kreuz in Erlach.

Die jetzige Kirche steht (bis auf den gotischen Chor von 1440) auf den Fundamenten eines 1050 von Emehard v. Comburg gestifteten Gotteshauses. In eigenwilliger Weise war das 1. Obergeschoss des Turmes durch zwei altertümliche Doppelfenster wie ein Oratorium gegen das Schiff geöffnet. Dort lag vermutlich die mit einer Außentreppe zugängliche Michaelskapelle.

 

Die Pfarrei Tüngental war anfangs dem Kloster Comburg einverleibt. Die Einführung der Reformation stieß deshalb auf Schwierigkeiten. Der erste evangeliesche Pfarrer Wetzel scheint noch starken Zug zur alten Kirche gehabt zu haben.

1559 kommt Hessental zu Tüngental

1628 wird der evangelischen Pfarrer vertrieben und es wird wieder katholischer Gottesdienst gefeiert.

1848 sind die Kirchengebäude in einem sehr verwahrlosten Zustand. Das das Kirchenschiff einige Stufen tiefer liegt als der Friedhof, dringt bei Regen Wasser ein.

1906 wird die Kirche um einen Anbau an der Südseite erweitert.

Am 19. April 1945 wird die Kirche durch Artillerie-Beschuss stark zerstört. Dabei geht die mittelalterliche "Maria mit dem Hasen" verloren.