Bericht von der KGR-Klausur Lukaskirche Schwäbisch Hall vom 27.-29.1.2017 für die Gesamtkirchengemeinderats-Sitzung am 09.02. 2017 durch KGR Edith Klug

 

Im April 2016 hat die Landessynode der badischen Landeskirche die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare beschlossen.

Nun ist die württembergische Landeskirche  die letzte Gliedkirche der EKD, die homophile Paare von einer Segnung ausschliesst.

 

Innerhalb der württ. Landeskirche gibt es ein „ Bündnis Kirche und Homosexualität (BKH)“ Aus diesem Bündnis  heraus hat sich im Sommer 2016 eine "Initiative Regenbogen" gegründet. Der Initiative gehören bisher 16 Kirchengemeinden aus sieben Dekanaten in drei Prälaturen an.

 

Die Initiative Regenbogen bittet Kirchengemeinden, sich mit ihrer Sicht zu beschäftigen und sich ihr gegebenenfalls anzuschließen.

 

Wer dies tut, gibt bekannt:

Wir sind offen

für Lesben und Schwule in unserer Gemeinde

für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare

für Pfarrerinnen und Pfarrer, die mit ihrer Partnerin/ ihrem Partner  im Pfarrhaus leben wollen.

Für uns ist es selbstverständlich, dass Lesben und Schwule zur Kirchengemeinde gehören.

Menschen unterschiedlicher Lebensformen und sexueller Identitäten sind willkommen!

 

 

Der Kirchengemeinderat der Lukasgemeinde hat sich in seiner Klausurtagung Ende Januar mit der Thematik intensiv auseinandergesetzt, um lebensdienliche Standpunkte für ein heilvolles Miteinander zu finden.

 

Wir haben die wenigen biblischen Texte bearbeitet, die Homosexualität verbieten: 3.Mose 18, 22 und 20,13/ Röm 1,22,27/ 1. Kor 6,9f/ 1.Tim 1,10 f

 

Dann haben wir Texte im Schöpfungsbericht 1. Mose 1, 27f und bei Paulus 1.Kor 7,3-6 angeschaut, die es unseres Erachtens zulassen, Menschen in ihrer unterschiedlich gelebten Sexualität nicht nur zu akzeptieren, sondern sie auch kirchlich zu segnen. Studiert haben wir den Text von Jürgen Ebach, siehe auf der Site der Initiative als PDF, sowie den Artikel von Peter Lampe, Der Bibel treu. Mit Paulus für Trauung gleichgeschlechtlicher Paare in: Zeitzeichen 1/ 2017.

 

Uns wurde dabei klar:

Es gibt viele Gebote in der Bibel, die wir nicht beachten.

Zum Bsp das Verbot, Zins zu nehmen in 3. Mose 25, 35-38 oder Ezechiel 22, 2.12. Wie kommt es, dass man einige Gebote unter uns beachtet, sie sogar in den Vordergrund rückt und andere nicht?

 

Die Bibel hat Texte, die sich widersprechen. Wo Texte gegen Texte stehen, wollen   wir sie diskutieren. Alle sollen dabei zu Wort kommen.

Dann entscheiden wir mehrheitlich, welchen Geboten wir den Vorrang geben und  welche bei uns gelten sollen.

  

Wir sind einstimmig zu dem Schluss gekommen, dass die Würde von heterosexuell und homosexuell lebenden Menschen  gleichermaßen zu  schützen ist und wir sie öffentlich kirchlich segnen wollen.

 

Wir halten uns dabei an die Liebe, die Jesus  – auf der Grundlage des ersten Testamentes 3.Mose19,18 – im Neuen Testament im Doppelgebot Mt.22,37-39 formuliert:

 

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt – und – du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Oder wie es nach Martin Buber noch klarer heißt:

Denn er ist wie du.

 

In unserer nächsten Sitzung werden wir deshalb beschließen, uns der Initiative Regenbogen anzuschließen.

 

 

 

Der Beschluss  folgt unten im Protokollauszug

 

Protokoll der Kirchengemeinderatssitzung der Lukasgemeinde Schwäbisch Hall vom 14. Februar 2017, 19.30 bis 22.15 Uhr

 

Anwesende: Thomas Deeg, Elisabeth Jungbluth, Dorothea Legat, Thomas Orthen, Siegfried Sterbak, Fritz Strudel, Maike Ulrich, Christian Warnecke, Jo Härtig ab 20.50

 

Begrüßung: Maike Ulrich

 

TOP 1: Initiative Regenbogen

 

1.1: Thomas Deeg verliest den Beschlussvorschlag und der KGR beschließt einstimmig:

„Wir sind offen für Lesben und Schwule in unserer Gemeinde, für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare, für Pfarrerinnen und Pfarrer, die mit ihrer Partnerin/ihrem Partner im Pfarrhaus leben wollen. Für uns ist es selbstverständlich, dass Lesben und Schwule zur Kirchengemeinde gehören. Menschen unterschiedlicher Lebensformen und sexueller Identitäten sind willkommen!“