Die Gesamtkirchengemeinde Michelfeld-Gnadental-Neunkirchen...

...besteht aus drei eigenständigen Kirchengemeinden mit eigenen Kirchengemeinderäten, die allerdings gemeinsam tagen.

Die drei Kirchengemeinden haben je eine eigene Prägung, die durch die geographische Lage, die Geschichte und Zugehörigkeit und durch die soziale und wirtschaftliche Situation geprägt ist.

 

Michelfeld mit Erlin, Leoweiler, Forst, Molkenstein, Koppelinshof und Vorderschöpperg, dem Landturm und Baumgarten. Zu Michelfeld gehört als Dorfkirche eine Wehrkirche, dem Turm von 1200, den verschiedenen Pfarrern, die hier seit 1547 gewirkt haben, dem Gemein­dehaus an Stelle der alten Pfarrscheuer und der Nähe zur Süddeutschen Gemeinschaft.

 

Gnadental mit Rinnen, Sailach, Wagrain, Lemberg, Hinterschöpperg, ...Gnadental mit seiner besonderen Lage, die die Zisterzienser gewählt haben und mit der Klosterkirche als besonderem spirituellem Schatz und der evangelischen Pfarrstelle seit 1557 im alten Äbtissin­nenhaus, das heute allerdings an privat vermietet ist.

 

Schließlich Neunkirchen oben im Wald mit Blindheim und Witzmannsweiler und der Johanneskirche. Die kirchliche Zugehörigkeit von Neunkirchen hat  immer einmal wieder ge­wechselt hat: Bis 1866 hat Neunkirchen zusammen mit Bubenorbis kirchlich zu Michelfeld gehört, dann nach Bubenorbis. 1910 schloss sich Neunkirchen wegen finanzieller Auseinan­dersetzungen um den Neubau des Pfarrhauses in Bubenorbis dem Pfarramt Gnadental an.

 

Aber auch die Zugehörigkeit anderer kleinerer Ortschaften hat immer wieder einmal gewech­selt: Bis 1813 gehörten Rinnen und Eichholz noch zum Pfarramt der Johanniterkirche in Hall. Erst 1967 kamen Hinterschöpperg, Pfeiffershäusle, Lemberg und Wagrain von Michelfeld nach Gnadental - weil Pfarrämter schon immer auf eine gewisse Mindestanzahl von Gemein­degliedern angewiesen waren. Und erst seit den 20-ger Jahren gehört Gnadental nicht mehr zum Kirchenbezirk Öhringen, sondern zum Kirchenbezirk Schwäbisch Hall.

 

Veränderungen - auch struktureller Art - gehören und gehörten also schon immer zum Leben einer Kirchengemeinde dazu. Seit 2008 nun bilden diese drei Kirchengemeinden, die - bis auf den Ort Sailach - alle zur Kommune Michelfeld gehören eine Gesamtkirchengemeinde. Ge­nau genommen ist die Kirchengemeinde Michelfeld zum 1. Januar 2008 der seit 1971 beste­henden Gesamtkirchengemeinde Gnadental-Neunkirchen beigetreten.Inzwischen gibt es für die Gesamtkirchengemeinde einen Haushaltsplan und einen Kirchenpfleger. Die Geschäftsführung für die Gesamtkirchengemeinde liegt beim Pfarramt Michelfeld.

Peter und Paul Kirche Michelfeld

Peter und Paul

Die Peter-und-Paul Kirche innerhalb eines mauerumwehrten Friedhofs (Wehrkirchenanlage) bildet zusammen mit dem 350 Jahre alten Pfarrhaus und einer imposanten Hainbuche im Pfarrhof ein schönes dörfliches Ensemble. Michelfeld wurde in fränkischer Zeit von der Stöckenburg (Vellberg) aus christianisiert. Möglicherweise gab es schon vor 800 eine Holzkirche. Im Jahr 1282 wurde der Altar den Heiligen Peter und Paul geweiht, nach denen die Kirche seitdem benannt ist. Auch von diesem Bau steht nur noch der wuchtige Turm. Das heutige Schiff dürfte auf die Zeit nach dem 30-jahrigen Krieg zurückdatieren. Das Patronat der Kirche wechselte zwischen Würzburg und der Comburg, bis ca. 1545 die Reformation eingeführt wurde. Eine lückenlose Liste von Pfarrern ist seitdem vorhanden. Die wertvollen Kirchenbücher gehen bis zum 30-jährigen Krieg zurück. Das Grabmal des wohl bedeutendsten Pfarrers, Karl Albrecht Glaser (1728-1808), wurde unlängst innerhalb der Kirche aufgestellt. Ende der 90er Jahre wurde eine Innenrenovierung vorgenommen. Im Jahr 2000 erhielt das Geläut im Zusammenhang mit der Sanierung des Glockenstuhls eine vierte Glocke.

Peter und Paul Kirche von außen und innen

Klosterkirche

Die Klosterkirche Gnadental ist ein bedeutendes Zeugnis der Baukunst des Zisterzienserordens. Ursprünglich war sie Herzstück des 1246 an diese Stelle verlegten Nonnenklosters. Mit der Einführung der Reformation wurde sie 1557 evangelische Pfarrkirche. Dabei wurde der Westteil als Schulhaus und Lehrerwohnung umgebaut. In ihm befindet sich heute das evangelische Gemeindehaus. Das Äbtissinnenhaus wurde evangelisches Pfarrhaus, das Westgebäude zum hohenlohischen Spital (heute befinden sich dort Wohnungen), das Ost- und Nordgebäude sowie der Kreuzgang wurden abgetragen. Die grundlegenden Renovierungen der Klosterkirche in den Jahren 1924 und 1964 brachten die ursprüngliche Ordensarchitektur wieder neu zur Geltung. Die Kirche ist täglich zur Besichtigung geöffnet von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Führungen über das Pfarramt möglich (Tel. 0791/7475)

Unsere Klosterkirche hat bis heute viel von ihrer frühgotischen Ursprünglichkeit bewahren können. Dafür bedurfte und bedarf es weiterhin immer wieder umfangreicher und sachgerechter Instandsetzungen, die der „Förderverein zur Erhaltung der Klosterkirche Gnadental e.V.“ nach besten Kräften unterstützt. Weiter Informationen finden sie hier: http://www.klosterkirche-gnadental.de/

Innenansicht

Johanneskirche

Die Johanneskirche Neunkirchen, dem heiligen Johannes geweiht, wurde im Gegensatz zur alten Kirche in Schuppach als neue Kirche bezeichnet. Diese gab dem Ort den Namen.

Mit der Einführung der Reformation in Hall wurde auch Neunkirchen evangelisch. Eine Zuweisung der Kirche Neunkirchen zur Pfarrei Michelfeld schien einen häufigeren und geregelteren Gottesdienst zu garantieren. So wurde die Hauptkirche Michelfeld; dort war auch eine Schule. Der alte Kirchenweg erinnert noch an diese Zeit.

Die neue Kirche steht an zentraler Stelle des Ortes auf einem Hügel. Bedingt durch den instabilen Untergrund wurden immer wieder Instandsetzungs- und Renovierungsarbeiten nötig. Deshalb blieb von der ursprünglichen "neuen Kirche", wenig erhalten. Lediglich das spätgotische Kruzifix auf dem Altar und Reste eines Apostelfreskos, die die Apostel Johannes und Jakobus zeigen, sind aus früheren Zeiten übrig geblieben. 1841 war eine gründliche Erneuerung der Kirche notwendig.

Ab 1866 gehörte die Kirchengemeinde Neunkirchen zum Pfarramt Bubenorbis. Seit 1. Oktober 1910 wird sie vom Pfarramt Gnadental betreut. Seit 1971 bilden die Kirchengemeinden Gnadental und Neunkirchen eine Gesamtkirchengemeinde

Quelle: Ortsbeilage eines alten evangelischen Gemeindeblattes

 Zwei weitere grundlegende Renovierungen der Johanneskirche wurden in den Jahren 1959/601 und 1972/73 durchgeführt. 

Der Kruzifixus auf dem Altar wurde im Jahr 2003 gründlich restauriert.

Innenansicht