Margarethenkirche

Die evangelische Margarethenkirche in Bibersfeld liegt an der Straße Kirchbühl mitten im Ortskern.

Die ehemalige Pfarrkirche St. Margareta war eine Chorturmanlage mit spätgotischem Turmunterbau aus dem 15. Jahrhundert. Eine Kapelle wird aber bereits 1347 urkundlich erwähnt.

Die Stütz- und Kirchhofmauer ist noch mittelalterlich.

Der Bauzustand der ehemaligen Pfarrkirche bis hin zur Baufälligkeit führte jahrhundertelang zu Klagen.

Ein Blitzeinschlag am 15. Juli 1751 brachte den Turm fast zum Einsturz, der "solchen der gestalten zersplittert", dass der Sohn des Schulmeisters beim Läuten verstarb und ein "Zimmergesell, welcher dabey gewesen, übel zugerichtet wurde".

 

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wurden immer wieder Klagen vorgebracht wegen der viel zu kleinen Kirche. 1865 genehmigte das Konsistorium endlich den Neubau.

Der Turmaufbau und das Kirchenschiff wurden im neugotischen Stil von dem Haller Bauinspektor Immanuel Wilhelm Pflüger errichtet, der u. a. auch die Pfarrkirche in Mainhardt baute.

511 Sitzplätze wurden vorgesehen.

Die Margarethenkirche konnte am 18. Juli 1869 eingeweiht werden.

 

"Die Wohltat des elektrischen Lichtes" wurde 1926 in der Kirche eingeführt. Der damalige Pfarrer Viktor Lang lobte die Fertigstellung dann überschwänglich als "leiser Vorgeschmack der zukünftigen Herrlichkeit droben in Gottes schönem Himmelsaal".

 

Bei dem Luftangriff auf Bibersfeld am 17. April 1945 wurde die Spitze mit dem Kreuz abgeschossen. Das Mauerwerk des Kirchturms war mehrfach durchschossen. Turmdach und Kirchendach waren zum Teil schwer beschädigt. Fast sämtliche Fenster und Türen in der Kirche waren zerstört.

 

1960 fand eine komplette Innensanierung statt, die der Kirche ihr heutiges Aussehen in großen Teilen verlieh.

Die Kirche erhielt in diesem Zusammenhang auch das heutige Chorfenster von dem Stuttgarter Künstler Christian Oehler (1909 – 1986), der Titel ist leider unbekannt.

 

Das Geläut besteht aus drei Glocken, die älteste Glocke aus dem Jahr 1439 wird geläutet, wenn ein Gemeindeglied verstorben ist, die kleinste Glocke (Taufglocke) ist aus dem Jahr 1491. Die größte Glocke (Betglocke) stammt aus dem Jahr 1956, nachdem ihre Vorgängerinnen 1917 und 1942 für Kriegszwecke zur Verfügung gestellt werden mussten.

 

Im Jahr 1827 hatte Pfarrer Wolf das Fehlen einer Orgel beklagt, wodurch die Bildung eines guten Kirchen Gesangs für immer außerordentlich erschwert wird.

1841 ging er Bibersfelder Schultheiß Heim daran, eine solche zu beschaffen. Neben den zahlungsunwilligen Behörden erwies sich ausgerechnet der Nachfolger, Pfarrer Daser, als Gegner. Es gäbe keinen Platz für die Orgel in dem überfüllten Altbau. Hauptgund seiner Ablehnung aber war die kurios anmutende Befürchtung, der Kirchengesang könnte dadurch leiden. Heim ließ sich nicht entmutigen und erteilte dem Orgelbauer Gruol aus Bissingen den Auftrag. 1844 hatte Bibersfeld eine Orgel.

Diese Orgel musste aber 1896 bereits einem neuen Werk weichen. Angesichts der hohen Reparaturkosten zog es die Kirchengemeinde vor, eine aus der Haller Kartharinenkirche stammende, 1880 von Walcker in Ludwigsburg gebaute Orgel zu kaufen. Im Rahmen der "Rohstofferfassung" im 1. Weltkrieg mussten die Orgelpfeifen aus Zinn 1917 abgegeben und durch solche aus Zink ersetzt werden.

2002 kaufte die Kirchengemeinde eine Walcker-Orgel aus dem Jahr 1963, die zuvor in der Georgskirche in Hohenhaslach ihren musikalischen Dienst tat.