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„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“

 
Sonntagsgedanken zum 29. Mai 2016

Im Losungsbüchlein finden wir den Lehrtext für den morgigen Sonntag (29.5.) in Matthäus 11,28 im Neuen Testament. Matthäus beschreibt den Heilandsruf von Jesus Christus als Einladung an alle Menschen, seine beruhigende Nähe zu suchen. Und nicht nur das. Von Erquickung ist die Rede. Dem gesamten Begriffsreigen Mühsal, Last und Erquickung können wir auf gute Weise nachspüren, wenn wir die Bibel in gerechter Sprache zu Rate ziehen. Hier begegnet uns die zitierte Bibelstelle in einer moderneren Sprache: So kommt doch alle zu mir, die ihr euch abmüht und belastet seid, ich will euch ausruhen lassen. Und wirklich alle Menschen sind gemeint und  dürfen dieses Angebot in Anspruch nehmen. Die vor Not, Qual, Gewalt und Ausgrenzung geflüchteten Menschen innerhalb und außerhalb Europas. Die Langzeitarbeitslosen und bettelnden Menschen, die ihre Hoffnung auf ein gesichertes Einkommen längst aufgegeben haben. Die suchtkranken und psychisch belasteten Menschen. Alle die arm, krank, alt und/oder alleine und ohne stützende Kontakte leben. Sie sind gemeint, wenn Jesus sie mit ihren Mühen und Lasten zu sich einlädt und ihnen einen Ort der Ruhe und der Geborgenheit anbietet. Neben den vielen Helfenden, den allzu oft ihre Kräfte überfordernden beruflich Tätigen oder freiwillig Mitarbeitenden in unserer Gesellschaft. Ihnen in den vielfältigsten Hilfebereichen und Diensten gilt dieser sichere, ruhige und gesegnete Ort gleichermaßen. Um im Miteinander zur eigenen heilenden Balance ihrer belasteten Seelen zurückzufinden. Man könnte meinen, die Japanerin Toki Miyaschina hat eigens zu diesem Zweck dem Psalm 23 eine neue Fassung für diesen Ort der göttlichen Ruhe gegeben. Lassen Sie sich diese Zeilen vor, während oder nach schwierigen Momenten anempfehlen:
Der Herr gibt mir für meine Arbeit das Tempo an, ich brauche nicht zu hetzen.
Er gibt mir immer wieder einen Augenblick der Stille, eine Atempause, in der ich zu mir komme. Er stellt mir Bilder vor die Seele, die mich sammeln und mir Gelassenheit geben. Oft lässt er mir mühelos etwas gelingen, und es überrascht mich selbst, wie zuversichtlich ich sein kann. Ich merke: Wenn man sich diesem Herrn vertraut, bleibt das Herz ruhig. Obwohl ich viel zu viel Arbeit habe, brauche ich doch den Frieden nicht zu verlieren. Er ist in jeder Stunde da und in allen Dingen, und so verliert alles andere sein bedrohliches Gesicht.
Oft, mitten im Gedränge, gibt er mir ein Erlebnis, das mir Mut macht.
Das ist, als ob mir einer eine Erfrischung reichte, und dann ist der Friede da und eine tiefe Geborgenheit. Ich spüre, wie meine Kraft dabei wächst, wie ich ausgeglichen werde und mir mein Tagewerk gelingt. Darüber hinaus ist es einfach schön, zu wissen, dass ich meinem Herrn auf der Spur und dass ich, jetzt und immer, bei ihm zuhause bin.
Amen
Entnommen aus: Das kleine Buch vom Seelenfrieden, Verlag Hirschi und Troxler, Zug 2003 „Der Herr gibt mir“, Toki Miyaschina.
 
Wolfgang Engel
Geschäftsführer des Diakonieverbands Schwäbisch Hall