„Kommt gut an“

 

Sonntagsgedanken zum 12. Juni 2016


„Kommt gut an. Flüchtlinge bei uns“ – unter diesem Motto steht die diesjährige Woche der Diakonie, die heute auf der Landesgartenschau in Öhringen eröffnet wird. „Kommt gut an“ – das wünschen wir denen, die sich auf den Weg machen, Freunden oder Nachbarn, die in den Urlaub fahren. „Kommt gut an“ – ist aber auch Ausdruck und Aufforderung zu einer Willkommenskultur. Menschen, die es geschafft haben vor Bedrohung, Krieg und Perspektivlosigkeit in der eigenen Heimat zu fliehen, nehmen wir in unserem Land auf und bieten ihnen Schutz und begrüßen sie mit dem Wunsch: „Kommt gut an“. Nicht alle denken so bei uns. Manche protestieren und sagen: „Geht wieder zurück“. Was ist da richtig? Die Meinungen gehen weit auseinander und die Urteile sind schnell gefällt. Die einen werden als „Gutmenschen“ abgestempelt und die anderen in die rechte Ecke gestellt. Das führt nicht zu einem guten Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Vor fast 2000 Jahren hat der Apostel Paulus in einem Konfliktfall der Gemeinde in Rom geraten. Erstens: Verurteilt einander nicht. Zweitens: Blickt nicht auf das Leben der anderen, sondern auf das eigene Leben, für das jeder und jede verantwortlich ist und Rechenschaft ablegen muss. Drittens: Bietet einander keinen Anstoß und Ärgernis. Nachzulesen im Brief an die Römer Kapitel 14, 10-13. Paulus rät dazu mit dem Blick, der offen ist für Gott. Die Blickrichtung muss stimmen, sagt Paulus. Wo Menschen ihr Leben an Gott ausrichten, relativiert sich vieles. Relativeren heißt wörtlich übersetzt: in Beziehung setzen. Wenn wir von Gott her denken, dann setzen wir uns anders in Beziehung zueinander. Wir werden darauf achten, dass wir einander gerecht werden. Wir werden aufeinander hören und füreinander sorgen. Und dann können hoffentlich viele von uns den Menschen, die bei uns Schutz und Hilfe suchen, sagen: „Kommt gut an“. Und dann das Nötige tun.

Bärbel Koch-Baisch

Oberin im Diakoniekrankenhaus Schwäbisch Hall