Stichwort Konfirmation

In der Bibel wird die Konfirmation nicht erwähnt. Aber in Württemberg ist sie seit 1723 fester Bestandteil des christlichen Lebenslaufs. Damals fiel diese Feier zusammen mit dem Übergang der Kinder von der Schule zum erwachsenen Leben in Lehre und Beruf. Dass sie auch in Glaubensfragen reif waren für den Schritt zum Erwachsenwerden, zeigten die Jugendlichen bei der Konfirmation dadurch, dass sie Bibelsprüche und Sätze aus dem Katechismus auswendig wiedergaben. Entsprechend stark war der Konfirmandenunterricht vom Sprüche-Lernen geprägt. Wer sich als gefestigt (lat.: confirmatus) erwiesen hatte, wurde dann auch zum Abendmahl zugelassen.

Heute hat sich das Konzept geändert. Der Schwerpunkt der Konfi-Zeit liegt darauf, das vielfältige Leben in der Gemeinde zu entdecken, Kernaussagen des Glaubens kennenzulernen, Glaubensfragen zu diskutieren, heimisch zu werden in den Kirchenräumen und Anregungen für eine eigene spirituelle Praxis zu erhalten. Entsprechend sind die Konfirmandinnen und Konfirmanden schon ab Beginn ihrer Konfi-Zeit beim Abendmahl willkommen. Die Konfirmation stellt nach wie vor das Fest dar, in dem sich die jungen Leute als gefestigt erweisen – nur eben nicht mehr primär bei auswendig gelernten Sprüchen, sondern beim Hineinwachsen in die Gemeinde und den Glauben.